Archiv der Kategorie: Fachbeiträge

BGH entscheidet über die Wertung von Nebenangeboten

Der BGH hat Anfang 2014 entschieden, dass oberhalb der Schwellenwerte Nebenangebote nur dann zulässig sind, wenn neben den Preis weitere Zuschlagskriterien treten. Zu diesem Zweck sind Mindestanforderungen zu formulieren, die Nebenangebote zu erfüllen haben. Unterhalb der Schwellenwerte ändert sich die Situation nicht: Eine Definition von Mindestanforderungen ist nicht notwendig, um Nebenangebote zuzulassen.

Unter bestimmten Bedingungen bieten Sonderverfahren Vorteile. Das Bild zeigt einen Vortrieb, der mit einem Tübbingschild aufgefahren wurde. Das Verfahren hat sich bei geringen Überdeckungen, engen Kurven, langen Strecken und schwierigen geologischen Verhältnissen als Alternative zum Rohrvortrieb bewährt. Im Vergleich zum Stollenbau ist es meist wirtschaftlicher. Sollen solche Sonderverfahren, die mitunter nur von wenigen Unternehmen ausgeführt werden, angeboten werden können, ist das Instrument des Nebenangebotes unverzichtbar.

1. Situation

Bis Anfang des Jahres lagen zu der Frage, ob bei der Vergabe von Bauaufträgen oberhalb der Schwellenwerte, bei denen der Preis das alleinige Zuschlagskriterium ist, Nebenangebote zugelassen werden können, widersprüchliche Entscheidungen vor: Das OLG Düsseldorf traf Anfang 2010 einen Beschluss, nach dem die Abgabe von Nebenangeboten dann schon nicht erlaubt ist, wenn als Zuschlagskriterium ausschließlich der niedrigste Preis vorgesehen ist1. Das OLG Schleswig hingegen fällte Mitte 2011 einen gegenteiligen Beschluss, in dem es entschied, dass Nebenangebote auch dann zu werten sind, „wenn der Preis das alleinige Zuschlagskriterium“2 ist.[...] mehr lesen

BIM – Die Vision vom Digitalen Bauen

Was in anderen Industriezweigen schon lange genutzt wird, findet langsam den Weg in die Bauwirtschaft. Das digitale Bauen und Simulieren von Herstellungsprozessen, wird in der Automobil- und Flugzeugwirtschaft seit Jahren erfolgreich angewendet. Eine ähnliche Methodik ist in der Bauwirtschaft und damit in der Unikatherstellung ebenfalls möglich. Das Building Information Modeling (BIM) bildet eine neue Methodik, mit der der gesamte Lebenszyklus eines Bauprojekts abgebildet wird, ab. Von der Idee bis hin zum Abriss können alle Information des Gebäudes in einem virtuellen Modell hinterlegt und transparent dargestellt werden. Die Autoren erläutern in diesem Artikel was BIM ist mit Berücksichtigung rechtlicher Fragestellungen.[...] mehr lesen

Facility Information Management – Synergien aus BIM und FM frühzeitig nutzbar machen

Zurzeit ist BIM – Building Information Modelling – in aller Munde. Dabei bezieht sich die Diskussion vor allem auf die Planungsphase. Die Vorteile von BIM lassen sich jedoch erst realisieren, wenn der gesamte Lebenszyklus einer Immobilie betrachtet wird. Die Nutzungsphase muss demnach frühzeitig miteinbezogen werden. Wie sich die Einbindung des Facility Managements innerhalb der aktuellen BIM-Entwicklung darstellen lässt ist Thema dieses Beitrags.

Building Information Modeling – BIM

Bei BIM handelt es sich um eine ganzheitliche Arbeitsmethode über alle Lebenszyklusphasen basierend auf einem aktiven Informationsfluss zwischen allen Beteiligten. Im Zentrum steht hier ein physisches mehrdimensionales, digitales Gebäudedatenmodell, bei dem alle Vorgänge und Prozesse rund um die funktionalen Eigenschaften des Objekts im Lebenszyklus miteinander in Verbindung stehen. Dabei beinhaltet ein 2D-Modell das Erstellen zweidimensionaler Pläne wie bspw. Grundrisse, Schnitte, Ansichten mit Hilfe von bereits bekannten CAD Systemen. 3D-Modelle erweitern die 2D- Zeichnungen um eine Dimension. Das 4D-Modell ergänzt das 3D-Gebäudemodell um die Verknüpfung mit dem Terminplan. Das bedeutet, dass Zeitabläufe und somit Baufortschritte simuliert werden können. Gesteigert wird dieses Modell durch eine weitere Verknüpfung mit der Kalkulation, wodurch ein 5D-Modell entsteht. Darüber hinaus sind auch unter der Bezeichnung „nD“ weitere Verknüpfungen mit dem digitalen Modell möglich. Es wird ersichtlich, dass BIM keine einfache Softwarelösung oder Erweiterung von CAD-Programmen darstellt, sondern mehr eine Methode ist, welche insbesondere von einer veränderten Denkweise bei der Projektrealisierung getragen wird. Insofern stellt das digitale Gebäudemodell das aus BIM resultierende Produkt dar, wohingegen BIM die Methodik bezeichnet, womit es erstellt wurde. Aktuell wird BIM in Deutschland jedoch nicht häufig angewandt. Dies kann mit der vorherrschenden mangelnden Akzeptanz erklärt werden und Befürchtungen, dass hohe Investitionen und Zusatzaufwendungen entstehen.[...] mehr lesen

Kontextuelles Projektmanagement für die Bau- und Immobilienwirtschaft

1. Kein Algorithmus für erfolgreiches Projektmanagement

Es gibt keine allgemein gültigen verallgemeinerungsfähigen Rezepte für erfolgreiches Projektmanagement. Es gibt sie genauso wenig, wie Algorithmen für eine erfolgreiche Betriebsführung. Die Betriebswirtschaftslehre hat zwar Regeln für erfolgreiche Unternehmensführung entworfen und mit Compliance-Systemen sogar absichern wollen. Die regelmäßig auftretenden Konjunkturzyklen und extreme Fehlsteuerungen, wie sie etwa mit der Finanzkrise über die Wirtschaft hereingebrochen sind, verdeutlichen aber, dass gravierende Fehlentwicklungen selbst in Bereichen nicht ausgeschlossen sind, die sich mithilfe mathematischer Modelle bis an die Grenze des Möglichen aufgerüstet haben. Entsprechende Entwicklungen zeigen sich derzeit beim Projektmanagement, wenn fehlgeschlagene Großprojekte wie die Elbphilharmonie oder aber der Flughafen Berlin Schönefeld im Fokus stehen. Die bei sozioökonomischen Vorgängen und Projekten des Bau- und Immobiliensektors anzutreffenden Unsicherheiten werden sich nie durch ein allgemein gültiges Modell oder Handlungsmuster beherrschen lassen.[...] mehr lesen

Hard- und Softskills des Projektmanagements

Es ist eine wesentliche Erkenntnis der Projektwissenschaft, dass ungeachtet aller entwickelten Werkzeuge des Projektmanagements die wohl meisten Projekte ihre Ziele nicht erreichen, mithin fehlschlagen. Bei EDV-Projekten wird die Quote des Scheiterns mit mehr als 70 % angegeben. Bei reinen Bauprojekten verfehlen annähernd 50 % ihre Projektziele. Hiermit wächst auch die Erkenntnis, dass generell die Beachtung und der Einsatz sämtlicher entwickelter Werkzeuge des Projektmanagements einen Projekterfolg nicht sicherstellen kann. Dieser Befund mag mit dem Umstand in Zusammenhang stehen, dass sich national wie international noch keine einheitliche Theorie des Projektmanagements herausgebildet hat. Es gibt nur partielle, unvollständige Beschreibungsansätze dessen, was Projektmanagement ist und leisten kann.[...] mehr lesen

Neues Netzwerk für wissenschaftliches PM

Mit dem Ziel, das wissenschaftliche Projektmanagement zu fördern, wurde im Mai 2009 die 1. Wissenschaftliche Vereinigung Projektmanagement gegründet. Die sieben Gründungsmitglieder – allesamt Entscheidungsträger in der Immobilienwirtschaft und Baubranche – wollen den wissenschaftlichen und internationalen Erfahrungsaustausch zu Projektmanagementsystemen und -lösungen vorantreiben, um zukunftsfähige Managementkonzepte zu entwickeln. Im Fokus der Aktivitäten stehen die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen und die Kooperation mit wissenschaftlichen Fachverbänden und Hochschulen.[...] mehr lesen