Archiv der Kategorie: Studienpreis

Der Studienpreis wird seit 2013 jährlich ausgeschrieben und steht Dissertationen Master-, Bachelor-, und Diplomarbeiten aus dem Bereich Bau-Projektmanagement, Projektsteuerung und Projektentwicklung offen. Prämiert werden Arbeiten, denen es in besonderer Weise gelingt, aktuelle und relevante Fragen des Bau-Projektmanagements wissenschaftlich zu beleuchten und beispielhaft zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln.

Die eingereichten Arbeiten wurden in einem mehrstufigen Verfahren bewertet von:

– Prof. Dr. Klaus Eschenbruch
– Christian Gorris
– Michael Hiss
– Prof. Dr. Elisabeth Krön
– Wilfried Lück
– Prof. Dr. Alexander Malkwitz
– Prof. Dr. Norbert Preuß
– Prof. Dr. Peter Racky
– Prof. Horst Roman-Müller

Evaluation ökologischer Nachhaltigkeit von Hochbauprojekten anhand von Bauprozessen

Von Benjamin Slosharek

Benjamin Slosharek MSc.

Der Gebäudesektor spielt hinsichtlich des Ressourcenverbrauches, des Emissionsausstoßes und des Abfallaufkommens eine zentrale Rolle für globale Nachhaltigkeit. Die ökologische Nachhaltigkeitsbetrachtung basiert auf einem Lebenszyklusmodell und teilt die Lebensphasen eines Gebäudes in unterschiedliche Teilabschnitte ein. Eine bisher vernachlässigte Lebensphase in diesen Betrachtungen ist die Errichtungsphase.

Entwicklung eines Prämiensystems zur Berücksichtigung der Bauprozessqualität in Bauverträgen

Von Dr. Nathalie Simon

Dr.-Ing. Nathalie Simon

Obwohl Vertragsparteien gemeinhin häufig auch als Vertragspartner bezeichnet werden, wird insbesondere bei der Abwicklung von Bauverträgen häufig gerade keine partnerschaftliche Zusammenarbeit gepflegt. Divergierende Interessen und opportunistisches Verhalten der Beteiligten führen nicht selten zu in höchstem Maße konfrontativ geprägten Auseinandersetzungen, eklatanten Mehrkosten und signifikanten Terminüberschreitungen. Insbesondere große und komplexe Bauprojekte in Deutschland sind diesbezüglich regelmäßig negativer Kritik der Öffentlichkeit ausgesetzt. mehr lesen

Building Information Modeling im Brandschutz

Von Larissa Schneiderbauer

Dipl.-Ing. Larissa Schneiderbauer, BSc

Für den integralen Brandschutz – eine oftmals als Kostentreiber geltende Thematik im Planungs- und Bauprozess – bestehen durch BIM zahlreiche Potentiale digitale Gebäudemodelle für sich zu nutzen. Die Bedeutung der integra­len Brandschutzplanung zeigt sich u.a. in der Genehmigungsphase, bei welcher der Brandschutz durch den Umfang festgelegter Anforderungen eine wesentliche Signifikanz einnimmt. Aus diesem Grund wurde im Rahmen dieser Masterarbeit untersucht, wie durch die Nutzung von digitalen Gebäudemodellen und (teil-)automatisierter Über­prüfungen von brandschutzrechtlichen Anforderungen die Digitalisierung des traditionellen und überwiegend in Papierform abgewickelten Genehmigungsverfahrens gefördert werden kann. mehr lesen

Bewertungssystem zur Entscheidungsunterstützung für Fabrikgebäudeanpassungen auf Basis von Building Information Modeling

Dr.-Ing. Lisa Lenz

Die von Frau Dr.-Ing. Lisa Lenz im Rahmen des Graduiertenkollegs 2193 am Lehrstuhl Baubetrieb und Bauprozessmanagement der TU Dortmund verfasste Dissertation fokussiert, modellbasierte Entscheidungsunterstützungsmethoden zur Verkürzung und Effizienzsteigerung eines Fabrikanpassungsprozesses aus baulicher Sicht und damit zur Erhöhung der Anpassungsintelligenz von Fabriken. In diesem Kontext wurden insbesondere Prüfungsmöglichkeiten von geometrischen und qualitativen Randbedingungen, die Evaluation von Fabrikadaptionen in der Betriebsphase der Immobilie aus baulicher Sicht und Interdependenzen zu anderen Disziplinen in der Fabrik untersucht. mehr lesen

Exzellentes Fördern: Auslobung des Studienpreises 2021

Zum achten Mal schreibt die 1WVPM Ihren Studienpreis für herausragende Studienarbeiten im Bereich Bau-Projektmanagement, Projektsteuerung und Projektentwicklung aus. Zugelassen sind Bachelor-, Master-, Diplomarbeiten, Studienprojekte und Dissertationen, die sich aktuelle und relevante Fragen des Projektmanagements beleuchten und beispielhaft zukunftsweisende Lösungen entwickeln. Auch Arbeiten anderer Disziplinen, die helfen das Projektmanagement weiter zu entwickeln sowie englischsprachige Arbeiten sind willkommen.

Der Preis ist mit insgesamt 4000,- für zwei Preise dotiert, die Preisträger dürfen ihre Arbeiten im Rahmen unserer nächsten Tagung (voraussichtlich im April 2021) und auf unserer Homepage präsentieren. Bewerbungsschluss ist der 11.12.2020.

Alle Details der Ausschreibung finden Sie in unserem Flyer. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

BIM als Instrument zur Zertifizierung von Green Building: Eine Bewertung der Energiekategorie LEED, BREEAM und DGNB

von Scarlet Romano

Scarlet Romano

Die Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie steht vor wesentlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit den drei nachhaltigen Säulen (sozial, wirtschaftlich und ökologisch), z.B. der Verringerung der CO2-Emissionen, dem Verbrauch von Energie und Rohstoffen, der Gestaltung nachhaltiger Städte und der Verbesserung der Methoden und Technologien zur Minimierung von Kosten- und Umweltproblemen.

Eine Alternative zur Bewältigung dieser Herausforderungen sind die Green Building Certifications (GBCs), wie z.B. Leadership in Energy and Environmental Design (LEED), Building Research Establishment Environmental Assessment Methodology (BREEAM) und German Sustainable Building Council (DGNB), und die neuen Instrumente zur Unterstützung ihres Umsetzungsprozesses, wie z.B. BIM.

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Tragfähigkeit der Verwendung von BIM in den Prozess der Zertifizierung der Energiekategorie von LEED, BREEAM und DGNB für neue Projekte mit Hilfe einer Fallstudie das Projekt EUREF HAUS 12 – 13. Die Methodik, die zur Erreichung dieses Ziels festgelegt wurde, ist deskriptiv-explorativ und berücksichtigt vier Forschungstechniken, Bibliografieüberprüfung, semi-strukturierte Interviews, BIM-Fallstudienanalyse und Arbeitstreffen mit einem BIM-Experten. Diese Arbeit ist in fünf Kapitel gegliedert. Kapitel I erläutert den Forschungsumfang dieser Studie; Kapitel II betrachtet die Literaturrecherche; Kapitel III zeigt die Fallstudie; Kapitel IV stellt die Ergebnisse vor, und das letzte Kapitel enthält die Schlussfolgerungen, Empfehlungen und die relevanten Themen, die in Zukunft untersucht werden sollen.

Die Ergebnisse zeigen, dass BIM den gesamten Energiebedarf von LEED, BREEAM und DGNB decken kann und dass trotz der Herausforderungen, die die Umsetzung von BIM in GBCs darstellt, die Vorteile davon die Effizienz dieses Prozesses deutlich erhöhen.

Der Zielsetzung von Verein und Förderpreis entsprechend vermittelt die 1WVPM gerne den Kontakt zur Autorin.

Entwicklung eines Entscheidungsunterstützungssystems zur Auswahl eines Projektabwicklungsmodells für Hochbauprojekte

Dennis Mayer

von Dennis Mayer

Kostenerhöhungen, Terminüberschreitungen und Streitigkeiten zwischen Projektbeteiligten, die nicht selten vor Gericht enden, sind Missstände die sich nicht nur bei großen Prestige-Projekten, sondern teils in den alltäglichen Arbeiten in der Bauindustrie finden.

Um unter diesen Voraussetzungen – projektbezogene Einflüsse und externe Rahmenbedingungen – möglichst effizient Bauprojekte abzuwickeln, sind Überlegungen zur Umsetzungs- und Abwicklungsstrategie der Bauprojekte unumgänglich.

Die vorliegende Masterarbeit setzt sich daher mit der Wahl der bauprojektspezifisch optimalen Projektabwicklungsform auseinander. Dabei werden maßgebliche traditionelle und innovative Elemente der Bauprojektabwicklung in Deutschland untersucht und eine mögliche Definition für Projektabwicklung als Kombination aus Vergabeart, Vertragsart und Unternehmereinsatzform herausgearbeitet.

Abbildung 1: Elemente der Projektabwicklung (innerer Ring), mögliche konventionelle Komponenten (mittlerer Ring) und mögliche innovative Komponenten (äußerer Ring)

Zur Wahl der Komponenten der Projektabwicklung wird die Nutzwertanalyse als Kern des Entscheidungsunterstützungssystems gewählt. Die Projektabwicklungsformen als Handlungsalternativen werden dabei mithilfe eines projektindividuell erweiterbaren Kriterienkatalogs bewertet und gewichtet. Die in fünf Hauptkriterien aufgeteilten Unterkriterien sind aufgrund der Vielzahl einzubeziehender Handlungsalternativen auf Basis vorhandener Forschungsergebnisse pauschalisiert bewertet, können jedoch projektspezifisch angepasst werden.

Abbildung 2: Beispielhaftes Ergebnis des Entscheidungsmodells

 

Ergänzt wird die Nutzwertanalyse um eine qualitative Bewertungsmatrix zur Wahl des geeignetsten Vergabeverfahrens eines Sektorenauftraggebers.

Insgesamt zielführend für eine effiziente Abwicklung eines Bauprojekts ist letztlich eine optimal auf das Projekt abgestimmte Projektabwicklungsform. Mit dem vorliegenden Entscheidungsunterstützungssystem können auf Basis der gegebenen und der beeinflussbaren Bedingungen eines Projekts die projektspezifisch optimalen Komponenten der Projektabwicklung ermittelt werden.

Der Zielsetzung von Verein und Förderpreis entsprechend vermittelt die 1WVPM gerne den Kontakt zum Autor.

Vertragsergänzungen bei Bauzeitverzögerungen auf Ausführungsebene

Herausforderungen und Aufgabenstellungen des Projektsteuerers als direkter Erfüllungsgehilfe des öffentlichen Bauherrn im Falle eines länger andauernden Bauunterbrechungsszenarios

Laszló Alexander Kreysern

von Laszló Alexander Kreysern

Wie komplex und somit auch störungsanfällig großformatige Bauvorhaben sein können, beweisen aktuelle und prominente Großprojekte in der Bundesrepublik. Die Presse spricht in diesem Kontext von „peinlicher Normalität“ und bezieht sich damit insbesondere auf regelmäßig gesprengte Termin- und Kostenrahmen. Mögliche Auslöser für tiefgreifende Bauablaufstörungen sind dabei so vielseitig wie die daraus erwachsenden Konsequenzen für die am Projekt Beteiligten. Daraus erwächst die mit Sicherheit berechtigte Frage, weshalb es immer wieder zu derartigen Fehlentwicklungen bei Bauprojekten kommt. Fakt ist, dass das Risiko dieser Entwicklungen auch in Zukunft nicht vollkommen ausgeschlossen werden kann und sich daher zwangsläufig und vermehrt die Frage nach sich daraus ergebenden Maßnahmen stellt. Die Zeiten steigender Rechtsstreitigkeiten und einer überhitzten Baukonjunktur fordern ein Umdenken im Bauprojektmanagement und damit auch die Erarbeitung einer konfliktarmen und praktikablen Handlungsstrategie für den Fall eines eingetretenen Störungsszenarios auf Basis einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Auftraggebern und Bauauftragnehmern.

Die von Herrn Laszló Alexander Kreysern zur Erlangung des M.Sc. REM + CPM an der Bergischen Universität Wuppertal verfasste Thesis widmet sich dabei in erster Linie der Fragestellung, mit welchen Herausforderungen die vom öffentlichen Bauherrn eingesetzte Projektsteuerung im Falle eines einschneidenden Störungsszenarios konfrontiert wird. Der Verfasser konzentriert sich dabei im Wesentlichen auf das Erfordernis von Vertragsergänzungen mit im Bauprojekt eingesetzten Unternehmen auf Ausführungsebene. Anhand eines konkreten, ablaufgestörten Großbauvorhabens legt der Verfasser dar, welche Schlüsselposition die Projektsteuerung als direkter Erfüllungsgehilfe des öffentlichen Bauherrn einnehmen muss und welche, über den Umfang des AHO-Kataloges hinausgehenden Zusatzleistungen in diesem Zusammenhang erforderlich werden können.

Der Zielsetzung von Verein und Förderpreis entsprechend vermittelt die 1WVPM gerne den Kontakt zum Autor.

Verleihung des Studienpreises 2020 online erfolgt

Die Verleihung des Studienpreises 2020 fand, da die Jahrestagung nicht stattfinden konnte, im Rahmen der Online-Mitgliederversammlung am 22.Oktober 2020 statt.

Die drei Preisträger:innen Laszlo Kreysern M.Sc. (Bergische Universität Wuppertal), Dennis Mayer M.Sc. (KIT Karlsruhe) und Scarlet Romano M.Sc. (Hft Berlin) präsentierten ihre Arbeiten in Kurzvorträgen und nahmen zu den Fragen der Vereinsmitglieder Stellung.

Wir gratulieren herzlich zu den hervorragenden Arbeiten und wünscht den Preisträger:innen alles Gute für den weiteren Berufsweg!

Elisabeth Krön
22im Namen des gesamten Vorstands

Entwicklung eines aktionalen Gestaltungsmodells zur Erhöhung der Prozess- und Ergebnisqualität in Großbauvorhaben (Balanced Resilient Performance)

Von Dr.-Ing. Martin Hiester, Träger des ersten Preises des Studienpreises 2019

Deutliche Fehlentwicklungen prägen derzeit das Bauprojektmanagement von Großprojekten in Deutschland. Berichte über exorbitante Terminverzögerungen, massive Kostenüberschreitungen und Konflikte zwischen den Projektbeteiligten bestimmen die Wahrnehmung zum Bauprojektmanagement von Großprojekten.

Die Ausführungen in der deutschsprachigen Literatur sowie die Wortmeldungen von Projektbeteiligten, der Politik und diverser Interessengruppen lassen kein einheitliches Bild zum Thema Großprojekte erkennen. Insgesamt sind die Darstellungen von Problemen wie auch Lösungsvorschlägen widersprüchlich, ungenau und unvollständig. Gleichzeitig spielt das Bauprojektmanagement von Großprojekten unter Berücksichtigung der damit verbundenen besonderen Gegebenheiten des deutschen Baumarktes bisher in der wissenschaftlichen Betrachtung eher eine untergeordnete Rolle.

Die Dissertation greift diese Situation auf. Auf Basis einer systematischen Aufarbeitung und Analyse der aktuellen Situation durch eine qualitative Empirie und der Auswertung nationaler und internationaler Studien wird ein umfassendes Verständnis für die von Komplexität beherrschte Gesamtsituation erarbeitet.

Abb. 1: Sphären im Großprojekt

Die systemtheoretische Betrachtung zum Umgang mit Fragen der Komplexität, der Handhabung von Unsicherheiten und Risiken sowie der Erhöhung von Resilienz und Anpassungsfähigkeit von Systemen zur Unterstützung der darin agierenden Personen bilden die Grundlage für die Ausarbeitung eines Lösungsansatzes. Untersuchungen zum Umgang mit Kosten und Risiken in britischen Großprojekten ergänzen wichtige Aspekte zu einem strukturierten Risikomanagement.

Darauf aufbauend wird ein bislang nicht existierendes aktionales Gestaltungsmodell entwickelt. Das Gestaltungsmodell berücksichtigt auf der einen Seite die ganzheitliche Betrachtungsweise der Systemtheorie, auf der anderen Seite trägt es dem enormen organisationalen Aufwand und der Größe der Herausforderung sowie der Risiken Rechnung.

Abb2. Aktionales Gestaltungsmodell

Zentrale Gestaltungs‐ und Handlungsempfehlungen ergänzen das aktionale Gestaltungsmodell mit anwendungsorientierten Prinzipien. Sie greifen maßgebliche Aspekte aus den Bereichen ‚Projektziele‘, ‚Projektorganisation, ‚Prozessstabilität‘, ‚Methoden und Werkzeuge‘, ‚Projektkomplexität‘, ‚Leadership und Verantwortung‘ sowie ‚Unsicherheiten und Risiken‘ auf.

Abb3. Balanced Resilient Performance

Gemeinsam tragen sie zu einer „Balanced Resilient Performance“ bei und dienen dem Management als Ordnungsrahmen, um ein anspruchsvolles Großbauvorhaben in einem dynamischen Umfeld strategisch und ganzheitlich auszurichten, professionell und widerstandsfähig zu gestalten und wirkungsvoll umzusetzen.