Archiv der Kategorie: Fachbeiträge

BIM zu Ende gedacht

Modelle oder Zeichnungen, statische oder dynamische Visualisierungen, offline oder in Echtzeit gerechnet, sind im Bauwesen nichts Neues. Meist werden sie für Marketing-Zwecke erstellt, auch zur Vorbereitung schwieriger Entscheidungen sind sie ein wertvolles Hilfsmittel. Was früher der Modellbauer war, ist heute der Modellierer.

Mit freundlicher Genehmigung von STAR COOPERATION

Er ermöglicht es, ein geplantes Gebäude schon einmal von innen anzusehen, einen Blick hinter die Abhang-Decke zu werfen oder die Nutzbarkeit von Räumen anhand von Möblierungs-Alternativen zu prüfen. Dank hochentwickelter Gaming-Hardware ist das heute bereits mit überschaubarem Ausstattungs-Aufwand live und als Echtzeit-Simulation möglich. Eine Monitor-Maske überträgt jede Kopfbewegung fließend in die entsprechende Blickperspektive, so daß sich der Besucher ganz natürlich „umschauen“ kann. Zum „herumlaufen“ genügt es, das Zeigegerät in die gewünschte Richtung zu halten, und schon geht’s los in der virtuellen Realität (VR).[...] mehr lesen

Bedarfsplanung als HOAI-Phase 0?

„Phase 0“ Chance & Risiko: Das ist die Überschrift, über einen von der Präsidentin der Architektenkammer Berlin, Christine Edmaier verfassten Artikel im Deutschen Architektenblatt (DAB) 02/2017, indem offensichtlich die Strategie verfolgt wird, eine Phase 0 als zwingendes Preisrecht in die HOAI zu integrieren.

Gemeint ist hier die Projektphase, die vor der HOAI-Phase 1 Grundlagenermittlung der Objektplaner bearbeitet werden muss, und die mit „Phase 0“ bezeichnet wird. Die Wortschöpfung ist weitgehend unklar. Der Autor hat die Entwicklung über viele Jahre aktiv mitgestaltet und hofft hiermit, Klarheit über die Begrifflichkeiten zu schaffen.[...] mehr lesen

Anforderungen an ein optimales Bauprojektmanagement

Durch Arbeitsteilung, Wertewandel und zunehmende Dynamik allgemein, und bei Großinvestitionen besonders, ist die Komplexität bei Bauwerken gerade in den letzten Jahren so gewachsen, dass ihre Handhabung zur Managementaufgabe geworden ist. Das Problem der Führung heutiger Projekte ist die seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts exorbitant gewachsene Komplexität. Damit versagen alte Denkweisen und Arbeitstechniken.

Die Handlungsbereiche des Immobilienprojektmanagements, die in den einzelnen Phasen des Projektes eine unterschiedliche Bearbeitung bzw. Bearbeitungstiefe erfordern, sind:[...] mehr lesen

Steigerung der Zeiteffizienz im Bauwesen

Organisatorische Anforderungen an die terminliche Selbststeuerung im Umfeld komplexer Bauprozesse

von Dr. Dirk Rogel, 1. Preisträger des Studienpreises 2017 der 1. Wissenschaftlichen Vereinigung Projektmanagement e. V.

In der Baupraxis zeigen sich mehr denn je signifikante Schwierigkeiten bei der Beherrschung des Faktors Zeit, dies sowohl in Planungs- als auch Ausführungsprozessen. Vermehrt werden bei Bauprojekten Terminüberschreitungen festgestellt, die in keinem Verhältnis mehr zu den in der Planungsphase getroffenen Terminvereinbarungen stehen. Trotz der über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen im Umgang mit der Bauzeit und der Verfügbarkeit hochentwickelter Zeitmanagementmethoden nimmt die Häufigkeit und der Umfang von Terminüberschreitungen bei Bauprojekten tendenziell weiterhin zu.[...] mehr lesen

Fast alles richtig gemacht

Elbphilharmonie von See kommend

Schön ist sie geworden, die Elbphilharmonie. Und was hat sie nicht alles ertragen müssen, dieser Leuchtturm verlernten Bauens in Deutschland? Dabei hat Deutschland das Bauen gar nicht verlernt, es hat nur sein Wissen manchmal nicht eingesetzt. Entspre­chend enthält der im Juni 2015 vorgelegte Abschlußbericht der von der Bundesregierung eingesetzten Reformkom­mission für Großpro­jekte für Fachleute auch keine neuen Erkennt­nisse. Dafür schafft er aber insbesondere für Nicht-Fachleute einen neutralen, d. h. von Branchen-, Verbands- oder Politikinteressen unabhängigen breiten fachlichen Konsens: Wer sich an diese Spielregeln hält, der hat schon die wesentlichen Dinge richtig gemacht.[...] mehr lesen

Vorstellung der 1WVPM in bau-aktuell

1. Ziele

Die 2009 gegründete 1. Wissenschaftliche Vereinigung Projektmanagement e. V. ist ein Zusammenschluss von Entscheidungsträgem aus Wissenschaft und Praxis des Projektmanagements. Die Vereinigung versteht sich als branchenübergreifendes Netzwerk von Experten im Projektmanagement mit ganzheitlichem Einsatz. Im Zusammenspiel der verschiedenen Ausbildungen, Disziplinen, Regularien und Kulturen kann Projektmanagement als gemeinsame Sprache dienen und helfen, Projekte erfolgreich zu gestalten. Ziel ist es, die Methode Projektmanagement im wissenschaftlichen und berufspraktischen Austausch unterschiedlicher Fachgebiete zu diskutieren und nachhaltig weiterzuentwickeln.[...] mehr lesen

Ein multifunktionales Modell des Projektmanagements im Hochbau

von Arch. Dipl. Ing. Dr. techn. Alexander C. N. Muhm, 1. Preisträger des Studienpreises 2016 der 1. Wissenschaftlichen Vereinigung Projektmanagement e. V.

Die zunehmenden funktionalen Anforderungen an zeitgemässe Gebäude gehen mit einer steigenden Zahl beteiligter Akteure (oder Spezialisten) am Planungs- und Errichtungsprozess und somit einer notwendigen professionellen Koordination dieser Beteiligten einher, insbesondere auf Bauherrenseite. Diese Koordination wird allgemein unter den Begriff Projektmanagement des Bauherren gefasst. In der vorgestellten Arbeit, die 2014 im Springer Verlag als Buch mit dem Titel „Ein multifunktionales Modell des Projektmanagements im Hochbau“ erschienen ist, wird auf ein Prozessmodell für das Projektmanagement im Hochbau eingegangen, welches die Aufgaben der einzelnen Akteure und deren Handlungsspielräume von der Initiierung bis zum Abschluss der Gebäudeerrichtung umschreibt. Das Buch ist eine formal geringfügig verbesserte Fassung der 2013 an der Technischen Universität Wien abgeschlossenen Dissertation mit gleichem Titel.[...] mehr lesen

Empfehlungen der Reform-Kommission im Praxis-Check

Als Mitglied der Arbeitsgruppe Projektsteuerung innerhalb der „Reformkommission Bau von Großprojekten“ hat der Verfasser mit Dipl.-Ing. Harald Rohr, Leiter des Integrierten Facility Management der Fraport AG einen Methoden-Abgleich mit dem unter seiner Verantwortung errichteten Flugsteig A-Plus vorgenommen. Weil dabei ein hoher Grad an Übereinstimmung festgestellt werden konnte, bietet dieser Beitrag auch die Chance, ein Gefühl für die praktische Umsetzbarkeit der Empfehlungen zu erhalten, und so ihre konkrete Anwendung zu befördern.[...] mehr lesen

Thesenpapier zum Endbericht der Reformkommission

Unter der verantwortlichen Redaktion von Prof. Dr. Klaus Eschenbruch formuliert die 1. Wissenschaftliche Vereinigung Projektmanagement (1. WVPM) neun Thesen zum Endbericht der Reformkommission Bau von Großprojekten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur:

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Spektakuläre Fehlsteuerungen prägen die Großprojektabwicklung im In- und Ausland. Seit einigen Jahren häufen sich Hiobsbotschaften bei deutschen Großprojekten, wie etwa der Elbphilharmonie in Hamburg, dem Berliner Großflughafen, Stuttgart 21, Bundesnachrichtendienst, Hochmoseltalbrücke oder generell dem Fernstraßenbau in Nordrhein-Westfallen. Dies war im Jahre 2013 Anlass für die Bundesregierung, über den Bundesverkehrsminister, vormals Herrn Ramsauer, später Herrn Dobrindt, die Reformkommission „BMVI, Bau von Großprojekten“ einzuberufen und zu leiten. Diese Reformkommission, bestehend aus 36 Mitgliedern, vornehmlich Verbandsvertretern, zum Teil auch Vertretern der Planungs- und Bauwirtschaft sowie Juristen, war aufgefordert, Probleme bei der Planung und Realisierung von Großprojekten zu ermitteln, Ursachen aufzuzeigen, sich mit möglichen Lösungen auseinanderzusetzen und Handlungsempfehlungen für mehr Kostenwahrheit, Kostentransparenz, Effizienz und Termintreue bei Großprojekten zu erarbeiten. Im Juni 2015 legte die Reformkommission ihren Endbericht vor; nach dessen Veröffentlichung hat die Reformkommission im Dezember 2015 die erste Phase ihrer Arbeit abgeschlossen. Der Endbericht enthält eine Vielzahl von Vorschlägen zur Prozessverbesserung über die gesamte Wertschöpfungskette von der Bedarfsermittlung bis zur Inbetriebnahme von Großprojekten. Zur Umsetzung organisierte sich die Reformkommission in 7 Arbeitsgruppen betreffend optimierte Planungsabläufe, BIM, Risikomanagement, Finanzierung, Recht, partnerschaftliche Projektzusammenarbeit und Projektsteuerung. Die auf ca. 100 Seiten zusammengetragenen Analysen und Empfehlungen sind in der Fachwelt auf ein unterschiedliches, überwiegend negatives Echo gestoßen.[...] mehr lesen