Bewertungssystem zur Entscheidungsunterstützung für Fabrikgebäudeanpassungen auf Basis von Building Information Modeling

Dr.-Ing. Lisa Lenz

Die von Frau Dr.-Ing. Lisa Lenz im Rahmen des Graduiertenkollegs 2193 am Lehrstuhl Baubetrieb und Bauprozessmanagement der TU Dortmund verfasste Dissertation fokussiert, modellbasierte Entscheidungsunterstützungsmethoden zur Verkürzung und Effizienzsteigerung eines Fabrikanpassungsprozesses aus baulicher Sicht und damit zur Erhöhung der Anpassungsintelligenz von Fabriken. In diesem Kontext wurden insbesondere Prüfungsmöglichkeiten von geometrischen und qualitativen Randbedingungen, die Evaluation von Fabrikadaptionen in der Betriebsphase der Immobilie aus baulicher Sicht und Interdependenzen zu anderen Disziplinen in der Fabrik untersucht. mehr lesen

Haben wir Bauprojektmanagement verlernt?

Projektmanagement und seine Methoden sind das Eine, ihre Anwendung das Andere: In der Praxis kommt es bei Bauprojekten ganz entscheidend auf den Bauherrn an, um wirkungsvolles Bauprojektmanagement überhaupt zu ermöglichen. Den Zusammenhang zwischen Bauherren(organisation) und Projektverlauf erläutert jetzt ein Video anschaulich in unter acht Minuten.

 

Exzellentes Fördern: Auslobung des Studienpreises 2021

Zum achten Mal schreibt die 1WVPM Ihren Studienpreis für herausragende Studienarbeiten im Bereich Bau-Projektmanagement, Projektsteuerung und Projektentwicklung aus. Zugelassen sind Bachelor-, Master-, Diplomarbeiten, Studienprojekte und Dissertationen, die sich aktuelle und relevante Fragen des Projektmanagements beleuchten und beispielhaft zukunftsweisende Lösungen entwickeln. Auch Arbeiten anderer Disziplinen, die helfen das Projektmanagement weiter zu entwickeln sowie englischsprachige Arbeiten sind willkommen.

Der Preis ist mit insgesamt 4000,- für zwei Preise dotiert, die Preisträger dürfen ihre Arbeiten im Rahmen unserer nächsten Tagung (voraussichtlich im April 2021) und auf unserer Homepage präsentieren. Bewerbungsschluss ist der 11.12.2020.

Alle Details der Ausschreibung finden Sie in unserem Flyer. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

BIM als Instrument zur Zertifizierung von Green Building: Eine Bewertung der Energiekategorie LEED, BREEAM und DGNB

von Scarlet Romano

Scarlet Romano

Die Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie steht vor wesentlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit den drei nachhaltigen Säulen (sozial, wirtschaftlich und ökologisch), z.B. der Verringerung der CO2-Emissionen, dem Verbrauch von Energie und Rohstoffen, der Gestaltung nachhaltiger Städte und der Verbesserung der Methoden und Technologien zur Minimierung von Kosten- und Umweltproblemen.

Eine Alternative zur Bewältigung dieser Herausforderungen sind die Green Building Certifications (GBCs), wie z.B. Leadership in Energy and Environmental Design (LEED), Building Research Establishment Environmental Assessment Methodology (BREEAM) und German Sustainable Building Council (DGNB), und die neuen Instrumente zur Unterstützung ihres Umsetzungsprozesses, wie z.B. BIM.

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Tragfähigkeit der Verwendung von BIM in den Prozess der Zertifizierung der Energiekategorie von LEED, BREEAM und DGNB für neue Projekte mit Hilfe einer Fallstudie das Projekt EUREF HAUS 12 – 13. Die Methodik, die zur Erreichung dieses Ziels festgelegt wurde, ist deskriptiv-explorativ und berücksichtigt vier Forschungstechniken, Bibliografieüberprüfung, semi-strukturierte Interviews, BIM-Fallstudienanalyse und Arbeitstreffen mit einem BIM-Experten. Diese Arbeit ist in fünf Kapitel gegliedert. Kapitel I erläutert den Forschungsumfang dieser Studie; Kapitel II betrachtet die Literaturrecherche; Kapitel III zeigt die Fallstudie; Kapitel IV stellt die Ergebnisse vor, und das letzte Kapitel enthält die Schlussfolgerungen, Empfehlungen und die relevanten Themen, die in Zukunft untersucht werden sollen.

Die Ergebnisse zeigen, dass BIM den gesamten Energiebedarf von LEED, BREEAM und DGNB decken kann und dass trotz der Herausforderungen, die die Umsetzung von BIM in GBCs darstellt, die Vorteile davon die Effizienz dieses Prozesses deutlich erhöhen.

Der Zielsetzung von Verein und Förderpreis entsprechend vermittelt die 1WVPM gerne den Kontakt zur Autorin.

Entwicklung eines Entscheidungsunterstützungssystems zur Auswahl eines Projektabwicklungsmodells für Hochbauprojekte

Dennis Mayer

von Dennis Mayer

Kostenerhöhungen, Terminüberschreitungen und Streitigkeiten zwischen Projektbeteiligten, die nicht selten vor Gericht enden, sind Missstände die sich nicht nur bei großen Prestige-Projekten, sondern teils in den alltäglichen Arbeiten in der Bauindustrie finden.

Um unter diesen Voraussetzungen – projektbezogene Einflüsse und externe Rahmenbedingungen – möglichst effizient Bauprojekte abzuwickeln, sind Überlegungen zur Umsetzungs- und Abwicklungsstrategie der Bauprojekte unumgänglich.

Die vorliegende Masterarbeit setzt sich daher mit der Wahl der bauprojektspezifisch optimalen Projektabwicklungsform auseinander. Dabei werden maßgebliche traditionelle und innovative Elemente der Bauprojektabwicklung in Deutschland untersucht und eine mögliche Definition für Projektabwicklung als Kombination aus Vergabeart, Vertragsart und Unternehmereinsatzform herausgearbeitet.

Abbildung 1: Elemente der Projektabwicklung (innerer Ring), mögliche konventionelle Komponenten (mittlerer Ring) und mögliche innovative Komponenten (äußerer Ring)

Zur Wahl der Komponenten der Projektabwicklung wird die Nutzwertanalyse als Kern des Entscheidungsunterstützungssystems gewählt. Die Projektabwicklungsformen als Handlungsalternativen werden dabei mithilfe eines projektindividuell erweiterbaren Kriterienkatalogs bewertet und gewichtet. Die in fünf Hauptkriterien aufgeteilten Unterkriterien sind aufgrund der Vielzahl einzubeziehender Handlungsalternativen auf Basis vorhandener Forschungsergebnisse pauschalisiert bewertet, können jedoch projektspezifisch angepasst werden.

Abbildung 2: Beispielhaftes Ergebnis des Entscheidungsmodells

 

Ergänzt wird die Nutzwertanalyse um eine qualitative Bewertungsmatrix zur Wahl des geeignetsten Vergabeverfahrens eines Sektorenauftraggebers.

Insgesamt zielführend für eine effiziente Abwicklung eines Bauprojekts ist letztlich eine optimal auf das Projekt abgestimmte Projektabwicklungsform. Mit dem vorliegenden Entscheidungsunterstützungssystem können auf Basis der gegebenen und der beeinflussbaren Bedingungen eines Projekts die projektspezifisch optimalen Komponenten der Projektabwicklung ermittelt werden.

Der Zielsetzung von Verein und Förderpreis entsprechend vermittelt die 1WVPM gerne den Kontakt zum Autor.

Vertragsergänzungen bei Bauzeitverzögerungen auf Ausführungsebene

Herausforderungen und Aufgabenstellungen des Projektsteuerers als direkter Erfüllungsgehilfe des öffentlichen Bauherrn im Falle eines länger andauernden Bauunterbrechungsszenarios

Laszló Alexander Kreysern

von Laszló Alexander Kreysern

Wie komplex und somit auch störungsanfällig großformatige Bauvorhaben sein können, beweisen aktuelle und prominente Großprojekte in der Bundesrepublik. Die Presse spricht in diesem Kontext von „peinlicher Normalität“ und bezieht sich damit insbesondere auf regelmäßig gesprengte Termin- und Kostenrahmen. Mögliche Auslöser für tiefgreifende Bauablaufstörungen sind dabei so vielseitig wie die daraus erwachsenden Konsequenzen für die am Projekt Beteiligten. Daraus erwächst die mit Sicherheit berechtigte Frage, weshalb es immer wieder zu derartigen Fehlentwicklungen bei Bauprojekten kommt. Fakt ist, dass das Risiko dieser Entwicklungen auch in Zukunft nicht vollkommen ausgeschlossen werden kann und sich daher zwangsläufig und vermehrt die Frage nach sich daraus ergebenden Maßnahmen stellt. Die Zeiten steigender Rechtsstreitigkeiten und einer überhitzten Baukonjunktur fordern ein Umdenken im Bauprojektmanagement und damit auch die Erarbeitung einer konfliktarmen und praktikablen Handlungsstrategie für den Fall eines eingetretenen Störungsszenarios auf Basis einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Auftraggebern und Bauauftragnehmern.

Die von Herrn Laszló Alexander Kreysern zur Erlangung des M.Sc. REM + CPM an der Bergischen Universität Wuppertal verfasste Thesis widmet sich dabei in erster Linie der Fragestellung, mit welchen Herausforderungen die vom öffentlichen Bauherrn eingesetzte Projektsteuerung im Falle eines einschneidenden Störungsszenarios konfrontiert wird. Der Verfasser konzentriert sich dabei im Wesentlichen auf das Erfordernis von Vertragsergänzungen mit im Bauprojekt eingesetzten Unternehmen auf Ausführungsebene. Anhand eines konkreten, ablaufgestörten Großbauvorhabens legt der Verfasser dar, welche Schlüsselposition die Projektsteuerung als direkter Erfüllungsgehilfe des öffentlichen Bauherrn einnehmen muss und welche, über den Umfang des AHO-Kataloges hinausgehenden Zusatzleistungen in diesem Zusammenhang erforderlich werden können.

Der Zielsetzung von Verein und Förderpreis entsprechend vermittelt die 1WVPM gerne den Kontakt zum Autor.

Verleihung des Studienpreises 2020 online erfolgt

Die Verleihung des Studienpreises 2020 fand, da die Jahrestagung nicht stattfinden konnte, im Rahmen der Online-Mitgliederversammlung am 22.Oktober 2020 statt.

Die drei Preisträger:innen Laszlo Kreysern M.Sc. (Bergische Universität Wuppertal), Dennis Mayer M.Sc. (KIT Karlsruhe) und Scarlet Romano M.Sc. (Hft Berlin) präsentierten ihre Arbeiten in Kurzvorträgen und nahmen zu den Fragen der Vereinsmitglieder Stellung.

Wir gratulieren herzlich zu den hervorragenden Arbeiten und wünscht den Preisträger:innen alles Gute für den weiteren Berufsweg!

Elisabeth Krön
22im Namen des gesamten Vorstands

1. Online-Mitgliederversammlung erfolgreich durchgeführt

Nachdem die für den 26./27.03.2020 in Hamburg geplante Jahrestagung aufgrund der aktuellen Corona-Situation nicht wie geplant durchgeführt werden konnte, hat der Vorstand die Mitgliederversammlung am 22.10.2020 online durchgeführt.

Drei Viertel der Mitglieder haben sich in die zweistündige Konferenz eingewählt. Die meisten von ihnen haben an der anschließenden Online-Verleihung des 2020er Studienpreises teilgenommen und konnten sich so die interessanten Vorträge der Preisträger anhören.

Trotz aller Online-Lehr-Erfahrung einiger Vorstands-Mitglieder war die Online-Mitgliederversammlung trotzdem noch ein ungewohntes Format. Dank der bisweilen lebhaften Interaktion der Teilnehmer hat es sich aber als sehr ermutigendes Format herausgestellt, mit dem auch über die Jahrestagung hinaus unterjährige Themen-Zusammenkünfte organisiert werden können.

Von Tesla Bauen lernen?

mit freundlicher Genehmigung von Robert und Andreas Wolf – The Wolfpack Berlin – (zum laufend aktualisierten Video-Channel)

Im Handelsblatt vom 02.10.2020 wird Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Worten zitiert, es freue sie, „… dass Brandenburg mit Tesla zeigt, wie man mit unseren Gesetzen und Fördermöglichkeiten auch in kurzer Zeit Dinge durchsetzen kann.“ Vor dem Hintergrund prominent gescheiterter Bauvorhaben auch aus der näheren Nachbarschaft ist diese Aussage zwar nicht zu beanstanden, mindestens gleichberechtigt sollte sie aber auch lauten: was man trotz unseren Gesetzen durchsetzen kann.

Tatsächlich können wir von Tesla lernen, und zwar in den Bereichen Übernahme von Verantwortung, Treffen von Entscheidungen und ihrer konsequenten Umsetzung. Das schließt die Bereitschaft zur Übernahme kalkulierbarer Risiken mit ein, was etwa den Baustart vor dem Vorliegen einer abschließenden Baugenehmigung betrifft. Brandenburg scheint hier schon von Tesla gelernt zu haben, wie unter verantwortungsvollem Ermessen Wege freigemacht werden können, die formal mit Steinen geradezu überschüttet sind. Das wirft die Frage auf, inwieweit die Notwendigkeit von Sonderwegen nicht zugleich zum Anerkenntnis führen sollte, dass die Hauptwege über die Jahre zu Irrwegen geworden, und grundlegend neu zu trassieren sind.

Bis dies der Fall ist, scheint Brandenburg tatsächlich eine Vorreiter-Rolle zu übernehmen, die am Beispiel der Schiersteiner Brücke auch für das Land Rheinland-Pfalz Vorbildcharakter gehabt haben könnte: Diese zwischen den Landeshauptstädten Mainz und Wiesbaden verlaufende Brücke wird auf nördlicher hessischer Seite sechsstreifig ausgebaut und sollte auf rheinland-pfälzischer Seite u. a. wegen einiger Weißstörche in den bestehenden vierstreifigen Anschluss münden. Man muss kein Verkehrsplaner sein um zu ahnen, dass das nicht sinnvoll sein kann, kein Hellseher um zu wissen, dass am Ende doch ein sechsstreifiger Ausbau stehen wird und kein Volkswirt um zu wissen, dass solche damit verbundenen Streitereien der Volkswirtschaft erheblichen Schaden zufügen. Formal und politisch alles korrekt – aber am Ende eben außer Spesen nichts gewesen.

Die Lektion, die von Grünheide ausgehen sollte, kann daher nur zweierlei bedeuten: Zum Einen bedarf es endlich und dringend eines Grundreinemachens in dem über die Jahrzehnte angesammelte Regelungsballast, der im Bemühen, es allen recht machen wollte, schließlich zur Verstopfung geführt hat. Zum Anderen bedarf es vermehrt mutiger Verantwortungs- und Entscheidungsträger auch auf öffentlicher Seite, die in der Überbrückungszeit ermessensvoll nach Lösungen suchen auf die Gefahr hin, dass sich diese hinterher als falsch herausstellen. Denn nur, wer nicht entscheidet, macht keine Fehler – und das können wir uns am Standort Deutschland immer weniger leisten.

Online-Mitgliederversammlung am 22.10.2020

Image by congerdesign from Pixabay

Nachdem auch die auf den 22.10.2020 verlegte Mitgliederversammlung und Jahrestagung corona-bedingt abgesagt werden musste, findet die 12. Mitgliederversammlung nunmehr online am

22.10.2020 von 16:00-18:00 Uhr

statt. Im Anschluss daran erfolgt ebenfalls online die Verleihung der Studienpreise einschließlich Kurzvorstellung durch die Preisträger. Mitglieder, die noch keine Einladung erhalten haben, wenden sich bitte per eMail an den Vorstand.